Unsere 5 besten Tipps gegen Einsamkeit bei Remote Work

Gruppenbild des Teams der Solidmind Group GmbH

So geht Remote Work: “Alleine” arbeiten ohne einsam zu sein!

Remote Work macht einsam? Lange Zeit haben wir überlegt wie und in welchem Umfang wir uns zu der Entwicklung der mobilen Arbeit zu Pandemiezeiten äußern möchten. Schließlich liegt es auf der Hand, dass wir uns als eines der ersten deutschen remote Unternehmen zu Wort melden. Vor allem da in den letzten Monaten viele Unternehmen mit ihren Teams quasi über Nacht in den Homeoffice-Zustand gestolpert sind. Ohne Vorbereitung, ohne Struktur, ohne das Bewusstsein und Wissen, was für eine erfolgreiche und gesunde virtuelle Arbeit wichtig ist. Ohne so viele Erfahrungen, die wir bereits sammeln durften. Doch auch wir haben die letzten Monate viel Energie für unser Team und interne Entwicklungen aufgewandt. Jetzt ist es aber soweit: Wir teilen unsere Sammlung der besten Tipps gegen Einsamkeit bei Remote Work mit euch!

Denn ja, auch wenn wir mit Remote Work bereits mehr als gut vertraut sind, können wir nur bedingt sagen, dass wir mit dem jetzigen Geschehen easy umgehen können. Natürlich dürfen wir uns glücklich schätzen, dass wir gut laufende Strukturen in unserem Remote Team haben. Die halten nicht nur das Geschäft am Laufen, sondern geben auch jedem Einzelnen in solch einer Zeit Orientierung und Sicherheit. Aber gerade in puncto Alleinsein mussten auch wir nochmals manche Themen näher betrachten.

Alleinsein vs. Einsamkeit

Einsamkeit während der Remote Arbeit und darüber hinaus war schon immer ein Thema bei uns, dass es zu vermeiden gilt. Rückblickend betrachtet ging es aber doch eher um das Alleinsein, denn: Alleine Remote zu arbeiten bedeutet nicht automatisch sich einsam zu fühlen! Man sitzt allein am Arbeitsplatz und die Teammitglieder sind in aller Welt verstreut. Je mehr wir darüber nachdenken, desto eher merken wir: Einsam sind wir nie gewesen, sondern lediglich öfters allein. Lange war uns allerdings der Unterschied nicht bewusst.

Alleinsein ist ein Zustand, Einsamkeit ein Gefühl! Wer einsam ist, dem fehlen nicht nur Menschen, sondern das Gefühl von ihnen beachtet, gebraucht und anerkannt zu werden. Ich kann allein sein, muss mich deshalb aber nicht einsam fühlen. Andersherum gesehen kann ich mich auch in einer riesigen Gruppe von Menschen befinden und dennoch tief in meinem Inneren einsam sein.

Viele von uns haben sich bewusst für einen Remote Job entschieden, weil sie unter anderem gerne einmal für sich sind. Sie arbeiten dadurch produktiver und an ihrem eigens ausgewählten Arbeitsort auch kreativer. Sie haben gelernt gut allein für sich zu sorgen und Morgenroutinen und Rituale eingeführt, die ihrem mobilen Arbeiten Struktur geben. Durch alleiniges Arbeiten können sie ihren persönlichen Alltag besser mit der Arbeit unter einen Hut bekommen. Der große Unterschied ist nur: Bisher haben wir uns mit Remote Work für ein temporäres Alleinsein aus freien Stücken entschieden und es dadurch als befreiend und wohltuend empfunden.

Die Pandemie hat uns zum Alleinsein gezwungen. Und zwar in seiner heftigsten Form – im Dauerzustand und ein Zuviel davon ist ungesund, das haben wir auch schon ziemlich früh gemerkt. Ausschließlich virtuelle Kontakte können das physische Miteinander langfristig nicht ersetzen. Auch wir benötigen im Alltag schon immer zusätzlich Menschen „zum Greifen“, um nicht im heimischen Kämmerchen zu versinken. So hat jedes Teammitglied auf seine individuelle Art und Weise immer für einen Ausgleich gesorgt. Immerhin gab es dazu genug Mittel und Wege – sei es, indem wir in unserer Freizeit vermehrt unter Leute gegangen sind oder die Möglichkeit des Reisens und eines der zahlreichen Coworking und Coliving Angebote wahrgenommen haben.

Alles, was wir benötigten, war das Bewusstsein und der Antrieb all diese Lösungsansätze auch anzuwenden. Nur plötzlich waren sie alle nicht mehr möglich. Das war und ist teilweise eine enorme Herausforderung und macht auch bewährten „Remotlern“ wie uns ganz schön zu schaffen.  

Tipps gegen das Alleinsein im Arbeitsalltag zu Corona Zeiten haben wir also nur bedingt – aber hey, wir haben sie! Hier ein paar unserer bewährten Wege, um das Gemeinschaftsgefühl in der virtuellen Zusammenarbeit zu unterstützen:

Unsere besten Tipps gegen Einsamkeit bei Remote Work

Remote Work am Strand mit nur einem Laptop
Remote Work am Strand

1. Visuell und emotional sichtbar im Remote Office sein

Wir nutzen viele Möglichkeiten der visuellen Sichtbarkeit. Wenn wir uns auf Zoom treffen, schalten wir stets die Videos an. In den ersten Tagen mag dies ein ungewohntes Gefühl sein, Einblicke in den privaten Haushalt zu geben, aber für das Gemeinschaftsgefühl ist es unglaublich wichtig. Unterhaltungen werden tiefer, da Mimik und Gestik des Gegenübers zu sehen sind und wir so zumindest über virtuellem Wege Menschen täglich zu Gesicht bekommen.

Weiterhin füllen wir Chaträume mit LEBEN! Wir arbeiten mit Slack und so kurios es klingen mag: Je mehr „grüne Lämpchen“ zu sehen sind, sprich, je mehr im Team online sind, desto weniger fühlt man sich zuhause allein. Verstärkt wird das Gefühl durch so viel Interaktion wie möglich: Wir nutzen Emojis, um unseren Emotionen Ausdruck zu verleihen und achten darauf, dass kein Post eines Kollegen ohne Reaktion bleibt. Auch posten wir proaktiv unsere Ideen und ab und zu auch gerne private Einblicke. Wir verbinden uns permanent in allen Channels.

Lasst uns bitte hier auch nicht die emotionale Sichtbarkeit vergessen, die zur heutigen Zeit wichtiger denn je ist, um den Remote Alltag gelungen zu meistern. Wenn wir uns bewusstwerden, dass wir Gefahr laufen könnten, uns einsam zu fühlen, können wir mit der entsprechenden Kultur innerhalb des Unternehmens entgegenwirken. Und das stärkt alle Teammitglieder ungemein und trägt dazu bei, dass sie auch mental und psychisch gesund durch die Pandemie kommen. Es geht dabei um das Gefühl zum Unternehmen und dessen Erfolg zu gehören– ein wichtiger Teil von etwas Großem zu sein.

Ich werde wertgeschätzt. Ich werde wahrgenommen. Ich werde verstanden. Ich werde gebraucht. Das sind wichtige Botschaften, die nur durch eine emotionale Sichtbarkeit von allen Beteiligten gehört und verarbeitet werden können.

2. Wirklich zusammen als Remote Team arbeiten

Wie wäre es denn, wenn man ein Großraumbüro simuliert und sich gemeinsam zum Arbeiten auf Zoom trifft? Group Cycles nennen wir diese Struktur, die wir bereits seit Januar 2019 anwenden. Dabei haben wir vormittags und nachmittags einen festen Zeitblock, wo wir uns alle im selben Zoom Raum treffen. Alle die möchten können dazukommen. Und das läuft so: 30 Minuten schalten wir uns stumm und jeder arbeitet einen für sich festgelegten Task ab. Danach gibt es 10 Minuten Pause für einen Kollegenschnack oder einen Gang zur Kaffeemaschine. Im Anschluss geht’s weiter mit 30 Minuten produktivem Arbeiten. Drei Blöcke in Folge, vormittags und nachmittags, sodass jedes Teammitglied diese Plattform aus jeder Zeitzone nutzen kann.  Dieses Gefühl des kollektiven Arbeitens ist an vielen Tagen Gold wert und hat das Teamgefühl auch unter der Woche massiv gesteigert.

3. Den persönlichen Austausch im Remote Office fördern

Wir versuchen dem persönlichen Austausch unseres Remote Teams so viel Raum wie möglich zu geben. Während Small Talks im Büro zufällig und ungeplant im Flur zustande kommen, müssen diese im Remote Alltag bewusst simuliert werden. Lange Zeit hatten wir den Teeküchencall, wo wir uns einmal die Woche in der virtuellen Zoom-Teeküche getroffen haben, um einfach nur privat zu quatschen. Inzwischen gibt es regelmäßig ein abendliches get-together, inkl. virtuellem Feierabendbier oder anderem Kaltgetränk. Wir haben aber auch schon gemeinsam Plätzchen gebacken, Bingo gespielt und Morgensport gemacht. Alles ist möglich, solange jemand im Team darauf Lust hat! Auch virtuelle Weihnachtsfeiern gibt es jedes Jahr und genug weitere Ideen brodeln bereits in unseren Köpfen.

All diese Dinge sind kein Hexenwerk und oft sogar mit einem Klick eingeführt. Aber sie sind so wichtig, um zumindest ein paar wirksame Mittel gegen das Alleinsein zu haben. Vieles davon gab es bei uns bereits vor der Pandemie, manches wurde erst im Laufe der Zeit eingeführt und dennoch gestehen wir ganz ehrlich: All diese Lösungen helfen uns enorm, aber ersetzen natürlich keine Umarmungen und persönlichen Treffen.

4. Nahbarkeit und Transparenz zulassen

Finde einen Weg, wie du die Kollegen erreichst und sie immer auf dem Laufenden hältst, was gerade geschieht. Dies gilt für jeden einzelnen Mitarbeiter, aber vor allem für jede Führungskraft. Denn nur wenn ein offener und transparenter Austausch im Remote Office vorgelebt wird, fühlen sich auch die Mitarbeiter dazu eingeladen sich mitzuteilen. Unser Gründer Lars hat z.B. vor einem Jahr das Format Café Lars eingeführt. Einmal pro Monat lädt er das Team an einem Vormittag in sein virtuelles Café ein und teilt mit allen Interessierten die aktuellen Entwicklungen und Ziele seitens der Geschäftsführung. Mit diesem Format signalisiert er uns: Mir ist es wichtig, dass du über die Pläne des Unternehmens im Bilde bist. Ich möchte dich gerne integrieren und du darfst Fragen stellen und dich einbringen. Deine Meinung ist mir wichtig.

Wir leben einen sehr offenen und vertrauten Austausch untereinander. Und auch bereits vor Corona legten wir ein großes Augenmerk auf das Wohlbefinden von jedem Einzelnen im Team. In unserem wöchentlichen Teamcall erwähnen alle ihre aktuelle Stimmung in Form eines Stimmungsbarometers. (10=es geht mir fantastisch, 1=es geht mir sehr schlecht). Wenn jeder sich öffnet, trauen sich automatisch alle. Das verbindet.

Die Instanz unseres Team Happiness ist allein dafür da, um den Teamspirit und den Austausch zu jedem Einzelnen permanent im Fokus zu haben. Sie treffen sich wöchentlich in einem Call, um alles Notwendige für die Aufrechterhaltung des Teamspirits zu besprechen. Damit schaffen wir einen Raum um zuzuhören, um für all unsere Kollegen im Remote Alltag da zu sein.  

5. Eure Erfolge im Remote Work Team feiern und Wertschätzung zulassen

Gerade im Remote Alltag kann es schnell mal passieren, dass man zuhause vor dem Rechner ein Projekt erfolgreich abgeschlossen hat und keiner der Kollegen es mitbekommt. Selbstverständlich darf und soll man auch lernen, sich selbst auf die Schulter zu klopfen aber das allein reicht nicht aus! Wir versuchen im Solidmind Group Alltag so oft es geht uns gegenseitig zu feiern. Wir teilen Erfolge in Calls und Chats und zeigen auch so all unseren Kollegen Anerkennung. Wir lassen auf Weihnachtsfeiern und Workations die vergangenen Monate Revue passieren und versuchen jeder Abteilung und jedem Geschäftsbereich Aufmerksamkeit und Raum zu geben. Eine wertschätzende Kommunikation signalisiert jedem Mitarbeiter, dass er gesehen wird, auch wenn er physisch nicht in unserer Nähe ist.

Am Ball bleiben lohnt sich!

Firmen, die im Schnellverfahren auf Home Office umstrukturieren mussten, können all dies natürlich nicht innerhalb kürzester Zeit einführen. Bei uns hat das Jahre gedauert und sich über viele Meilensteine hinweg entwickelt. Und würden wir von heute auf morgen in einer rein virtuellen Zusammenarbeit landen, hätten wir definitiv auch erstmal mit anderen Schwerpunkten zu kämpfen. Wir können aber aus unserer eigenen langen Erfahrung nur empfehlen und dazu ermutigen all diese Themen Stück für Stück zu berücksichtigen und anzubieten. Jedes Unternehmen und jedes Team muss dazu seinen eigenen Weg und Umgang finden. Dennoch teilen wir hier gerne unsere Tipps, die im Laufe der Jahre und durch viele Trial & Errors entstanden sind. Vielleicht können andere davon profitieren, die im Moment nicht die Zeit dazu haben alles in Ruhe zu testen und sich ein ausgeglichenes Arbeitsumfeld bei ihrer Remote Arbeit wünschen.

Bereits kleine Schritte in diese Richtung setzen ein Signal, dass man gemeinsam eine gute und gesunde virtuelle Arbeitskultur definieren möchte. Und für die Arbeitgeber, die Home Office gerade gezwungenermaßen anbieten und danach zurück in gewohnte Strukturen möchten, sei gesagt:

Das Alleinsein müssen wir hoffentlich nur vorübergehend bewältigen. Einsamkeit im Teamalltag wird aber auch nach der Pandemie ein Thema bleiben. Es ist also egal, ob du diese Zeit als Chance nutzt dein Team langfristig digitaler aufzustellen, oder du es nur vorübergehend als Notmaßnahme einführst und dich schon wieder auf die Präsenzzeit freust: Es lohnt sich so oder so in diese Kultur und Zugehörigkeit nun zu investieren. Denn wie schon anfangs erwähnt, können sich die Mitarbeiter auch zurück im Büro immer noch einsam fühlen.

Lasst uns also gemeinsam dafür sorgen, dass Einsamkeit im Team, egal ob Remote oder nicht, nie wieder ein Thema sein wird!

5 Comments on “Unsere 5 besten Tipps gegen Einsamkeit bei Remote Work”

  1. Hey, gute Tipps! Das mit dem Work Cycle machen wir bei uns auch. Und wir sind noch einen Schritt weiter mit dem virtuellen Office gegangen.

    Zoom alleine ist auf Dauer ermüdend. Wir nutzen gerade Teamflow dafür. Hab die Möglichkeiten für ein virtuelles Office oder auch virtual Workplace hier Mal im Blog aufgelistet. https://www.digital-affin.de/blog/virtual-workplace/

    Könnt ja gern Mal berichten, ob eine der Software Lösungen für euch auch in Frage kommen.

    Viele Grüße

    Jan

    1. Hallo Jan, wie wir bereits im Artikel geschrieben haben nutzen wir momentan unter anderem Slack als virtual Workspace Lösung. 🙂 Auch bei Zoom tut sich ja momentan auch einiges, um die allseits bekannte Callstruktur für die Nutzer aufzulockern – es bleibt also spannend welche Entwicklungen für virtuelle Teams in diesen Bereich auf uns warten!

      1. Hi Melissa,

        jawoll, Slack haben wir auch im Einsatz. Das ist für die schnelle, chatbasierte Kommunikation einfach TOP.
        Bei der Callstruktur geht es wirklich darum, diese aufzulockern. Gerade für so lockere Formate wie den Group Cycle merken wir, dass es angenehmer ist, nicht die klassische Video-Call Darstellung zu sehen.

        Man braucht daher immer mehr Tools 😀

        Grüße
        Jan

  2. Ihr seid für mich das absolut beste Beispiel wie man professionell in Remote Work arbeitet. Macht weiter so!! Ich hoffe ich bin eines Tages Teil eines solch kreativen Team!

    1. Danke für die lieben Worte Ken! Bei uns ergeben sich immer wieder neue Chancen und wer weiß, vielleicht sind wir schon bald in Kontakt 🙂

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