DER Tag, an dem wir mit Remote Work an unsere Grenzen gekommen sind

Noch vor Kurzem haben wir diesen Remote Blog gestartet und uns ehrlich und neugierig die Frage gestellt, ob und wann wir mit dem Remote Arbeitsmodell irgendwann an unsere Grenzen stoßen werden. Und heute können wir sagen, dass dieser Tag gekommen ist:

Wir von SOLIDMIND haben den ersten Mitarbeiter eingestellt, der teilweise an einen Standort gebunden ist.

Und zwar in unserer Firmenheimat im Landkreis Ravensburg.

Seit Stunde Null arbeiten wir trotz der Tatsache, dass wir physische Produkte vertreiben, Remote und koordinieren die gesamte Wertschöpfungs- und Lieferkette mit unserem virtuellen Team. Für den Versand unserer Waren haben wir bisher mit einem Lager-Dienstleister zusammengearbeitet und genau dieser Teil des Warenprozesses hat sich diesen Sommer gewandelt:

Wir haben uns dazu entschieden das Lagermanagement in die eigenen Hände zu nehmen.

Was waren die Beweggründe?

“Ein wesentlicher Gedankengang war von mir: Lasst uns gemeinsam die Perspektive wechseln.
Die Logistik bzw. die Menschen die unsere Produkte täglich in die Hände nehmen und versenden sind am nächsten an unseren Kunden dran. Gerade diese Arbeit wird häufig in der Anfangszeit an Dritte ausgelagert, die aber meistens nicht diesen intensiven Bezug zu den eigenen Produkten, Werten und der Philosophie des Unternehmens haben können. Hier liegt aber unglaubliches Potential die Kundenbeziehung und -bindung auf ein neues Level für unsere Marken zu heben.
Das war für mich der entscheidende Grund, die Logistik zukünftig unternehmensintern abzubilden.”

von Gründer & Geschäftsführer Lars Müller

Und hierfür haben wir nun einen erfahrenen Logistiker angestellt, der die neuen Räumlichkeiten einrichtet und die gesamte Versandabwicklung vor Ort übernehmen wird.

Wir haben dir versprochen, dich transparent auf unserer Reise mitzunehmen. Und deshalb gewähren wir dir auch Einblicke in dieses neuen Kapitel von SOLIDMIND – ehrlich und transparent, aber vor allem voller Neugierde und Vorfreude. ?

Unser COO Lukas im Interview

Unser COO Lukas war bei der Entscheidung für den Aufbau des Lagers beteiligt und ist auch für das Management des gesamten SOLIDMIND Lagerprojektes zuständig. Im Interview verrät er die Beweggründe und seine Herangehensweise:

Lukas, warum habt ihr euch dazu entschieden, Teile des Lagers in die eigenen Hände zu nehmen?

“Das hatte unterschiedliche Gründe: Aber vor allem um mehr Kontrolle und Gestaltungsspielraum zu haben, sowohl aus betriebswirtschaftlicher Sicht, als auch im Marketing.

Fix geplant war es anfangs jedoch nicht. Wie immer zauberte unser Gründer Lars plötzlich irgendwelche Kontakte aus dem Hut ? und es kam über verschiedene Umstände zustande, dass wir mit dem Betreiber der neuen Räumlichkeiten in Kontakt kamen. Anfangs war lediglich die Überlegung dort ein paar Produkte zu lagern. Da wir zu der Zeit allerdings ein paar Probleme mit dem bestehenden Lager-Dienstleister hatten, kam ziemlich bald auch der Gedanke auf, den gesamten Versand eigenständig abzuwickeln. Das Lager zu finden war also absoluter Zufall, aber im Nachhinein auch irgendwie Fügung. ?”

Du bist als COO der Ansprechpartner für den neuen Logistiker, aber auch für die Koordination und Vorbereitung des gesamten Projekts. All das Remote aus Brasilien. Einstellungsgespräch, Übergangsphase, Etablierung der neuen Software, Beschaffung des ersten Setups. Wie hast du das alles von Südamerika aus geregelt? ?

“Ganz einfach: Wie jedes Projekt, welches ich bisher Remote abgewickelt habe. ? Für mich gibt es da keinen großen Unterschied mehr. Natürlich ist es von Vorteil und praktisch, wenn man vor Ort ist, aber letzten Endes geht es in jedem Projekt um das Zusammentragen von Informationen, Möglichkeiten und Kosten, sowie der Notwendigkeiten seitens Personal und Soft- und Hardware. All das zusammen ergab ein großes Bild, aufgrund dessen wir entschieden haben, dass wir diesen Plan verfolgen werden.

Es war klar, dass die Person, die für das Lager angestellt wird, fähig sein muss eigene Entscheidungen zu treffen, weil er oder sie schnell in Situationen reagieren sollte. Hier arbeite ich aufgrund unserer zeitflexiblen Arbeitsweise manchmal zu verzögert und bin aus Brasilien auch zu wenig präsent, um ad hoc Mitarbeiter anweisen zu können. Dementsprechend brauchten wir eine selbstständige Person vor Ort. Weiterhin war die Voraussetzung, dass die Person fachlich auch sehr fit ist. In dem Moment, wo diese da war, konnten wir uns gut abstimmen und es kam ein tolle Zusammenspiel zustande.

Es ist immer wieder überraschend, was Remote alles möglich ist. Man kann virtuell Einstellungsgespräche führen und mehrere Calls haben und hat irgendwann das Gefühl die Person schon ewig zu kennen, obwohl man sie noch nie live gesehen hat. So ging es mir auch mit dem neuen Logistiker Alex, bei welchem sehr rasch eine Sympathie und ein Vertrauen vorhanden war.

Zu der Zeit, wo Alex bei uns begonnen hat, war ich allerdings zufällig zu Besuch im Allgäu. Somit haben wir uns in seiner ersten Woche tatsächlich auch live vor Ort im Lager getroffen, was im Nachhinein auch sehr wichtig war, um ein gemeinsames Verständnis der Gegebenheiten vor Ort zu haben.”

Einer der Kernelemente von SOLIDMIND ist das Full Remote Arbeitsmodell, einer der Kernwerte ist Selbstbestimmtheit und Flexibilität. Wie stehst du zu der Entscheidung einen Mitarbeiter einzustellen, der nun an einen Standort gebunden ist?

“Ich wollte noch nie darauf bestehen, dass alle SOLIDMIND Mitarbeiter zu 100% mit dem Laptop weltweit unterwegs sind und keine Heimat kennen (überspitzt gesagt). Ich persönlich habe mir schon immer gewünscht, dass wir irgendwann einen Ort haben, an dem wir jederzeit alle zusammenkommen können. Wichtig ist, dass jeder Mitarbeiter die Möglichkeit hat, von dort einmal “auszubrechen”, wenn er es braucht. Ein physisches Lager wird daran nichts ändern. Natürlich ist der Kollege im Lager erstmal ortsgebundener als der Rest des Teams, aber letztendlich muss “nur” die Arbeit erledigt werden. Ob er sich irgendwann so koordiniert und das Lager aufbaut, dass auch er mehr Remote arbeiten kann, ist ihm völlig freigestellt. Optimalerweise haben wir irgendwann mehrere Mitarbeiter im Lager, die sich die Arbeit so aufteilen, dass auch jeder für sich Freiheiten genießen kann. Zudem gibt es auch Menschen, die gar nicht 100% Remote arbeiten möchten.”

Wenn du die Entwicklung des Lagers der ersten Wochen betrachtest: Wo siehst du das Lager heute in einem Jahr?

“Die Pläne fürs Lager sind ganz konkret: Ich hoffe, dass wir im gleichen Gebäude bis Ende 2020 einen schönen Büroraum mit Blick auf die Berge haben ?und natürlich größere Lagerräumlichkeiten, die wir uns so einrichten können, wie wir es wünschen. Weiterhin zwei bis drei Mitarbeiter vor Ort, die sich so unterstützen und organisieren, wie sie es brauchen.

Und liebend gerne haben wir ein Lager, welches etwas anders und innovativer aufgestellt ist, als man es üblicherweise kennt. Ein SOLIDMIND Lager, welches mit einem teil-remote Arbeitsmodell, aber auch weiteren peppigen Ideen für so manche Inspiration bei anderen sorgt.”

Soviel zu unseren Beweggründen und Einschätzungen seitens unseres COO. Vielen Dank für die Einblicke Lukas ?

Unser neuer Lagerleiter: Alex

Nun aber zu der Person, welche seither vor Ort die Stellung hält: Unser neuer Kollege und Lagerleiter Alex.

Natürlich werden wir ein Mitarbeiterinterview mit ihm veröffentlichen, wie wir es bei jedem Teammitglied machen. Allerdings lassen wir ihn zum Thema Lageraufbau gerne heute schon einmal zu Wort kommen:

Alex, Willkommen in unserem Team! ? Erzähl: Wie ist es für Dich als einziger Mitarbeiter in ein Remote Team zu kommen, der an einen Standort gebunden ist? 

“Vielen Dank! ?Für mich war und ist es gar kein Problem. Ich kann sehr gut damit umgehen, denn ich bin es aus meiner Vergangenheit gewohnt standortgebunden zu sein. Und ich find es toll, wie das ganze Team beim Lageraufbau mitfiebert. Wir sehen uns ja alle täglich über ZOOM und natürlich bin auch ich immer virtuell dabei. ?So kriegen alle live die Entwicklungen über den Bildschirm mit.”

Wir möchten gar nicht zu viele Fragen aus dem kommenden Interview mit dir vorweggreifen, aber eines interessiert uns noch : Was sind deine Pläne mit dem SOLIDMIND Lager? Wie stellst du dir den Lageralltag zusammen mit den Remote Kollegen in 1 Jahr vor? ?  

“Mein Plan mit dem Lager ist es immer weiter zu wachsen, größer zu werden und mehr Produkte zu lagern, sodass wir uns vermutlich in einem Jahr schon nach einem größeren Lagerraum umschauen müssen. Und es dann wieder eine coole Herausforderung für mich/uns gibt.  

Der Alltag wird sein, täglich die Bestellungen der Kunden so schnell es geht abzuwickeln. Dabei werde ich in ständigem Austausch mit allen Kollegen stehen um das Lager und die Abläufe so schlank wie möglich zu halten. Und um noch die ein oder andere weitere Aufgabe an mich zu “reißen”. ?”

Willst du mehr über den Alltag von Alex erfahren? HIER geht es zu seinem Interview!

Unser Fazit: Freiheit bedeutet mehr als Remote Work

Dass wir nun trotz der Remote-Philosophie einen Mitarbeiter haben, der zeitlich und örtlich etwas mehr gebunden ist, als der Rest, war anfangs natürlich ein großes Thema. Aber rein aus strategischen Gründen war dieser Schritt sehr wichtig. Und: Wir bei SOLIDMIND stehen für eine neue Arbeitsphilosophie. Natürlich bedeutet diese unter Anderem Remote Work, aber eben nur unter Anderem. Das Remote Modell ist lediglich ein Teil davon und es geht bei uns mindestens genauso viel um Servant Leadership, ein gesundes Miteinander, Wertschätzung und eine begeisternde Tätigkeit. Und diese Kultur wird unser neuer Logistiker genauso erfahren, wie jedes andere Teammitglied.

Eines ist uns jetzt schon bewusst geworden: Wenn wir selbst der Arbeitgeber sind, können wir all die über die Jahre erschaffenen Strukturen unserer Arbeitsweise so einsetzen, dass auch ein standortgebundener Kollege die maximale Freiheit nutzen kann, die im Rahmen der Tätigkeit möglich ist. All die Erfahrungen und das Bewusstsein für selbstbestimmtes Arbeiten ist im Unternehmen verankert und dadurch ja auch beim Aufbau des Lagers automatisch integriert. Will heißen: Unser Kollege Alex landet in einem stabilen virtuellen Setup, welches komplett Remote aufgestellt ist. Und wir werden unser Bestmögliches tun, damit auch dieser Kollege im Rahmen der Möglichkeiten seine Selbstbestimmtheit nutzen kann.

Aber eine Sache ist klar: Wenn wir anfangen, größer zu denken, wird Alex irgendwann nicht der einzige Mitarbeiter im Lager sein. Und dann kommt definitiv nochmal eine neue Herausforderung auf uns zu, mehrere standortgebundene Mitarbeiter und Remote Mitarbeiter in einem Team zusammenzuhalten. Aber dafür haben wir ja das Team Happiness, welches stets ein Auge darauf haben wird.?

Wir freuen uns riesig auf die Herausforderung und sind weiterhin gespannt auf alles, was in nächster Zeit kommt.

Du möchtest mehr über den Arbeitsalltag von Alex und seine Zusammenarbeit mit einem virtuellen Team erfahren? Hier geht’s zu seinem Interview ?

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