Eine Botschaft an die HR-Welt – Teil 2

Weiter geht es mit Teil 2 der Serie, die speziell an Dich als HR-MitarbeiterIn gerichtet ist, falls Du dem Arbeitsmodell Remote Work noch etwas skeptisch gegenüber stehen solltest oder nach Argumenten suchst, warum es für deine Organisation genau das Richtige ist.

Nachdem ich in Teil 1 auf die Gefahr von Burnout eingegangen bin, widme ich mich nun dem Thema Remote Work in Festanstellung.

Der Kritikpunkt:

Remote Work in Festanstellung ist ein viel zu hoher, unüberschaubarer Arbeitsaufwand und das Arbeitsrecht lässt es darüber hinaus gar nicht zu. Wenn die Person flexibel arbeiten möchte, kann sie sich ja als Freelancer selbstständig machen.

Meine persönlichen Einschätzung:

Warum die Festanstellung auch bei Remote Work wichtig ist

Alle Welt schreit nach Flexibilität und Freiheit – gerade die Generation Y, zu der ich mich mit jungen 30 Jahren auch zähle. Nur, was wir alle nicht vergessen sollten, ist, dass bei all dem Drang nach maximaler Selbstbestimmtheit, Flexibilität und Erfüllung ein wichtiger Gegenpol nicht völlig außer Acht gelassen werden sollte: Sicherheit und Stabilität. Diese sollten meiner Ansicht nach in einem guten Verhältnis stehen und das merken irgendwann auch diejenigen, die sich aufgrund des pochenden Freiheitsdrangs Hals über Kopf in das Freelancer-Geschäft stürzen.
Wir bei SOLIDMIND haben uns von Anfang an dazu entschieden, die Festanstellung, und daraus resultierende Sicherheiten wie Sozialversicherung und ein geregeltes Einkommen, nach wie vor zu gewährleisten. Aus diesem Sicherheitskonstrukt heraus lässt sich die Freiheit ganz anders genießen, indem ein solider Rahmen geschaffen und die Tätigkeit als solche flexibel gestaltet wird.
Eben Freiheit und Sicherheit in Kombination.

Aus Arbeitgebersicht zählt vor allem ein entscheidender Punkt: Für ein gesundes und langfristiges Miteinander ist es ein grundlegender Unterschied, ob Personen als Freelancer an einem Projekt arbeiten oder sie als Mitarbeiter fester Bestandteil der Firma sind. Genau bei dem Thema Festanstellung fängt das Gefühl der Team-Zugehörigkeit und des Zusammenhalts erst so richtig an. Genau das ist meiner Erfahrung nach die Basis für erfolgreiche interne Strukturen und Abläufe.
Auch hat sich bei uns gezeigt, dass eine gute, gesunde Kollaboration und Kommunikation nur dadurch längerfristig möglich ist.

Welche rechtliche Konsequenzen Remote Work in Festanstellung wirklich hat

Kommen wir aber nun zu einem kleinen Knackpunkt: Das deutsche Arbeitsrecht, welches ja oft als Grund genannt wird, weshalb Remote Work schlicht nicht möglich sein soll.

Ich möchte Eines klarstellen: Mir ist es wichtig, dass wir bei SOLIDMIND den rechtlichen Rahmen einhalten. Ebenso setze ich mich dafür ein, dass es unseren Mitarbeitern gut geht und sie sich wohl fühlen.

Ja es gibt durchaus manche Grauzonen, auf denen wir uns bewegen. Aber es sind eben nur Grauzonen, weil es manche Gesetze für solch ein Modell schlichtweg noch nicht gibt. Nur weil noch nicht alle Details über Remote Work zu 100% gesetzlich geregelt sind, heißt es nicht, dass es verboten ist. Wir stellen tatsächlich immer wieder fest, dass auch manche Behörden bei dem Umgang mit dem Remote Arbeitsmodell überfragt sind. Aber bisher haben wir gemeinsam immer Lösungen gefunden, sowohl im Sinne des Gesetzes, als auch im Sinne der Mitarbeiter. Und die letzten erforderlichen Gesetzesänderungen werden kommen, da bin ich mir sicher. Eine deutsche Krankenkasse sitzt z.B. derzeit an einem Angebot für Firmen, ihren Remote Mitarbeitern einen weltweiten Krankenschutz zu gewährleisten. Großartig ?

Auch bei der Erstellung eines Remote Arbeitsvertrages haben wir einen Spitzen-Anwalt für Arbeitsrecht an unserer Seite, der die Paragraphen umfangreich für uns aufgesetzt hat.

Und was ist mit dem neuen Arbeitszeitgesetz?
Es ist für uns kein Grund, Remote Work in Frage zu stellen. Wir haben uns von Anfang an für das ergebnisorientierte Arbeiten entschieden und gegen das Arbeiten nach Stechuhr. Das Zweiteres nun tatsächlich in ähnlicher Form wiederkommen soll, ist schade. Aber auch hier werden wir eine technische Lösung finden, die im Sinne des neuen Gesetzes die erforderlichen Maßnahmen einhält. Abweichen werden wir von unserem Remote Modell wegen diesem Gesetz sicher nicht!

Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie herausfordernd es manchmal sein kann, als HR-Mitarbeiter eine Balance zwischen Arbeitsrecht und Mitarbeiter-Wohlbefinden aufrechtzuerhalten. Aber genau das ist meiner Meinung nach doch auch das Erfüllende an diesem Job, oder? Der Mensch steht in dieser Abteilung im Mittelpunkt und sollten wir nicht alles in unserer Macht Stehende tun, damit sein Lebenskapitel in der hiesigen Firma zu einer positiven Geschichte wird?

Das Thema Remote Work in Festanstellung wird kommen

Egal, wie lange sich manche Firmen noch querstellen ihren angestellten Mitarbeitern mehr Flexibilität einzuräumen: Das Thema ist auf dem Vormarsch.

Während in den letzten Jahrzehnten Gehalt, Auf­stiegschancen und Unternehmensgröße als entscheidende Kriterien für die Jobauswahl galten, sind es heute vielmehr Indivi­dualität, Flexibilität und eine gute Work-Life-Balance.

Das Bedürfnis, flexibler zu arbeiten und starre Raster zu durchbrechen, wird immer deutlicher spürbar. Viele Menschen wollen zukünftig eine noch bessere Work-Life-Balance und damit geht z.B. auch die Reduktion des Pendelns einher. Für viele Arbeitnehmer gehören lange, stressgepflasterte Arbeitswege und eine schwer umzusetzende Vereinbarkeit von Job und Privatleben nämlich zu den größten Herausforderungen in ihrem Berufsleben. Oft sogar noch vor manchen Strapazen, die die Arbeit selbst mit sich bringt. Zudem legen sie heutzutage viel mehr Wert auf ihre Gesundheit und sind zunehmend nicht mehr bereit einen Job zu Lasten dieser auszuüben. Im Gegenteil: Sie suchen nach alternativen Modellen, die einen gesunden Lebensstil unterstützen. Ganz zu schweigen von dem bereits erwähnten wachsenden Bedürfnis nach Selbstbestimmtheit und Flexibilität. Vor allem die Generation Y revolutioniert die Arbeitswelt, denn sie möchte die Arbeit nach der Freizeit gestalten und nicht anders herum. Zu all diesen Entwicklungen wird sich der Arbeitsmarkt schnellstmöglich anpassen müssen.

Auch in der Politik und Gesellschaft wird das Remote Arbeitsmodell zunehmend thematisiert. Denn laut einer Studie der Boston Consulting Group wäre jeder 4. Job theoretisch Remote möglich. Das zeigt, wieviele Abteilungen und Branchen zukünftig damit konfrontiert sein werden.

Nutze die Vorteile von Remote Work und sei als einer der ersten Arbeitgeber ein Teil dieser Bewegung

Den aktuellen Fachkräftemangel haben wir noch gar nicht thematisiert, aber das Angebot von Remote Work ist DAS Recruiting Argument schlechthin. Tagtäglich wechseln Talente teilweise verzweifelt ins Freelancer-Geschäft, weil sie auf dem Arbeitsmarkt keine Angebote finden, welche ihre Wünsche und Bedürfnisse erfüllen. Genauso wenig, wie einen Arbeitgeber, der ihre Ansichten teilt. Das sind Talente, die meiner Meinung nach oft verschwendet werden. Es lohnt sich, sich diesen Talenten und ihren Wünschen zu öffnen. Das kann eine wunderbare Win-Win Situation für alle Beteiligten sein. Ich bemerke bei SOLIDMIND nämlich eine unglaubliche Potentialentfaltung und Motivation von jedem einzelnen Mitarbeiter. Das ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass wir ihnen erlauben, flexibler zu arbeiten und ihnen mit einer großen Portion Vertrauen begegnen.

Schau doch gerne einmal, ob sich in deinem HR-Bereich nicht auch Möglichkeiten auftun, Remote Work anzubieten. Glaub mir: Die Mühe lohnt sich  ?Wenn du Fragen hast, wie du es umsetzen kannst, melde dich gerne bei uns. Wir möchten das Thema als Pioniere im deutschen Raum voranbringen und unterstützen dich sehr gerne dabei.

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