Geschäftsführung remote? Unser Lars stellt sich vor

Wo nimmt er nur all diese verrückten und großen Visionen her? Wir wissen es nicht, aber wir wären nicht da, wenn er sie nicht hätte ? Lars hat diese ganze SOLIDMIND Story initiiert und steht nicht nur vor, sondern auch neben und hinter uns. Im Interview gibt auch er exklusiv ein paar Einblicke in seinen persönlichen remote Alltag:

Lars, du bist einer der ersten Gründer, der ein remote Team mit physischen Produkten aufgebaut hat – wie kamst du auf die Idee? Kanntest du bereits vorher ähnliche Modelle?

Ich hatte vorher schon eine Softwarefirma, in der ich zum Teil remote Mitarbeiter hatte. Aber bei digitalen Produkten und gerade der Zusammenarbeit mit Programmierern war das auch damals schon nichts Untypisches. Als ich danach SOLIDMIND gegründet habe, habe ich ehrlich gesagt nie darüber nachgedacht, ob es machbar ist, eine Firma auch mit physischen Produkten remote aufzubauen. Ich hab das einfach gemacht. ?

Wenn alle sagen „Das geht doch nicht!“, ist eine meiner Lieblingsfragen gerne: „Warum nicht“? ?

Wozu nutzt du die gewonnene Orts- und Zeitflexibilität für dich persönlich?

Um mein Leben in dem Tempo und mit den Regeln zu leben, wie ich es möchte. Das ist für mich die maximale Selbstbestimmtheit! Wenn ich morgen Lust hab, von Thailand aus zu arbeiten, dann mach ich das. Wenn ich mit einem Wohnmobil quer durch Europa fahren möchte, mach ich das. Wenn ich meine Familie im Allgäu vermisse oder sie mich brauchen, fahr ich zu ihnen. Und all das geht nur, wenn ich meine Arbeit auch überall dorthin mitnehmen kann.

Was sind deine Aufgaben als Geschäftsführer von SOLIDMIND?

Ehrlich gesagt sind diese immer unterschiedlich. Je nach dem, in welcher Phase sich die Firma gerade befindet bzw bisher befand. Es ging lange Zeit darum, die grobe Richtung vorzugeben, wohin die Reise gehen soll. Je größer wir werden, desto eher gibt mein Team diese Wege vor. ? Somit hat sich hier auch mein Aufgabengebiet verändert. Natürlich behalte ich durch gemeinsam abgesprochene Monatsziele noch ein bisschen die Kontrolle, wohin jeder Einzelne steuert, aber dennoch unterstütze ich mittlerweile eher mein Team diese vorgenommene Richtung einzuschlagen. Aktuell geht es also viel um Türen öffnen, Netzwerk akquirieren, Kontakte herstellen. Das ist für mich remote Leadership – es geht weniger um Operatives, sondern mehr Richtung Mentoring.

Und natürlich darum, die Verantwortung zu tragen – auch seitens der Investoren – und diese Kommunikation zu all den verschiedenen Stakeholdern aufrechtzuerhalten.

Investoren sind ein gutes Stichwort – wie behältst du denn aus der Ferne den Überblick? Bei all den unterschiedlichen Projekten, Zeitzonen und Ansprechpartnern stellen wir uns das schwierig vor.

Unser eigens geschaffenes Produktivitätssystem hat enorm geholfen den Überblick über alles zu behalten. Darüber hinaus habe ich am Anfang der Woche immer mit jedem Einzelnen einen Weekly Planning Call – dafür geht immer fast mein ganzer Montag drauf ?. Aber es ist wichtig, um zu schauen, wo alle stehen und, dass sich nichts verstreut.

Weiterhin zählt: maximales Vertrauen in mein Team. Ich vertraue darauf, dass jeder weiß, was gemacht werden muss und seinen Bereich im Sinne der SOLIDMIND Philosophie weiter ausbaut.

Wie dürfen wir uns deinen Arbeitsalltag vorstellen?

Mittlerweile habe ich eine relativ fixe Morgenroutine. Ich stehe immer vor 6.30 Uhr auf, dann mahle ich mir meinen eigenen Kaffee und setze meine AeroPress auf. Während sie zieht, meditiere ich für 10 Minuten. Dann mache mir meinen Bulletproof Coffee – i love it! ?Anschließend lese ich mindestens eine halbe Stunde. Somit starte ich jeden Morgen erstmal in Ruhe ohne Laptop und Handy. Bis 9 Uhr nutze ich die freie Zeit, um eigenen Interessen nachzugehen und diese Themen abzuarbeiten.

Dann startet der SOLIDMIND-Tag und ich bin für das Team da.

Ich arbeite aktuell vorwiegend von zu Hause aus. Wir haben seit Kurzem eine tolle, helle, große Wohnung im Allgäu, in der ich gerne arbeite. Das ist schon wichtig und macht einen großen Unterschied. Mittags gehe ich essen oder koche etwas mit meiner Freundin. Danach gibt es einen ausgiebigen Mittagsschlaf (meistens 30-45 Minuten), darunter geht nichts. ? Die Nachmittage sind immer recht unterschiedlich, meist aber mit vielen Calls gefüllt. Und abends geht’s dann noch zum Sport.

Wann stößt du im Alltag mit remote an Grenzen? 

Es geht gerade dann an Grenzen, wenn es um die Produktentwicklung geht. Wenn man physisch Produkte probieren muss, Samples da hat und diese gern gemeinsam mit dem Team an einem Tisch testen und besprechen möchte. Da wär es schon cool, wenn man mal zusammensitzen kann oder ein Office hat, wo alle Produkte greifbar sind.

Aber auch hier spreche ich nicht das Problem an, sondern denke in Lösungen. Dann setze ich mich halt ins Auto und treff mich mit Tobi auf halber Strecke. Genau dafür sind wir ja alle so flexibel ? Wir können uns ja exakt das kreieren, was wir brauchen. Es sind somit lediglich Herausforderungen, mit denen ich manchmal konfrontiert bin. Es gab noch nie den Moment, wo ich den Aufbau eines remote Teams in Frage gestellt habe.

Was ist dein wichtigstes Equipment im remote Alltag?

Neben meinem MacBook: Meine BOSE Noise Cancelling Kopfhörer

Ein Fun Fact über Remote Work:

Bei Geburtstagsständchen geben wir aufgrund unterschiedlicher Internetgeschwindigkeiten immer einen schönen Kanon ab ? Nach dutzenden Geburtstagen der Teammitglieder, die alle immer ein Team-Ständchen via ZOOM erhalten haben, könnte man denken, dass es im Laufe der Zeit besser und flüssiger klingt. Aktuell muss ich diese Frage leider mit Nein beantworten ?.

Wie siehst du die Zukunft des ortsunabhängigen Arbeitens?

Grandios! Nicht, weil es etwas völlig Neues ist, sondern weil das Bedürfnis der Generation Y, die aktuell heranwächst, stark in diese Richtung geht. Andere Werte, Flexibilität, uvm – die Leute wollen von zuhause oder überall aus arbeiten. Es ist auf dem Arbeitsmarkt immer mehr zu spüren, dass der Druck wächst, diesen Bedürfnissen nachzukommen. Allerdings braucht es gewisse Systeme und Regeln, sonst funktioniert Remote Work nicht.

Welche Art der Führungskultur braucht es deiner Meinung nach denn beim Führen aus der Ferne?

Eine Kultur, die in Richtung Leadership geht. Eine Kultur, die auf Vertrauen und auf intrinsischer Motivation basiert. Das ist übrigens genau das, was die Generation Y sucht. Eine andere Führungskultur wird meiner Ansicht nach in einem remote Umfeld schwierig zu realisieren sein.

Welche Botschaft möchtest du einem remote Neuling mitgeben?

Was ich immer mehr merke, ist wie wichtig das Thema Grenzen setzen ist. Durch einen remote Job verschwimmt die Grenze zum privaten Leben immer mehr. Die Arbeit ist quasi nur einen “Laptopaufschlag” entfernt und die physische Grenze (z.B. 15 Minuten Fahrt ins Office) fehlt. So ist es gefühlt etwas anderes nochmal kurz die Mails zu checken. Hier nun selber zu lernen den Laptop herunterzufahren und nicht aufs Handy zu schauen, braucht schon einiges an Disziplin. Es gibt Menschen, die damit gut umgehen können und Menschen, denen das eher schwer fällt. Wenn du zu der zweiteren Gruppe gehörst, dann spreche das bitte proaktiv in deinem Team an und lass dir dabei helfen eine Lösung zu finden.

Vielen Dank für das Interview Lars! ?

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