Personalführung remote? Unsere Sandra stellt sich vor?

Sandra hat ihre Anker in Rostock gesetzt und pendelt dank ihrem remote Job liebend gern zwischen der Ostsee und ihrer Allgäuer Heimat hin und her. Durch ihre Allgäuer Wurzeln kam sie auch zu SOLIDMIND und ist ebenfalls ein fester Bestandteil aus den ersten Firmenstunden.

Sandra, seit wann bist du bei uns und warum hast du dich für einen remote Job entschieden?

Ich bin seit Herbst 2016 an Bord, anfangs als Assistentin von Lars. Einen Job auszuprobieren, in dem ich nach meinem eigenen Biorhythmus und Tempo arbeiten kann, hat mich total gereizt. Ich sollte und wollte jedoch nur vorübergehend Lars unterstützen – dass dann so eine große und spannende Firmenstory daraus wird, hätte ich damals nicht gedacht. Das ist schon echt Wahnsinn! ?

Wozu nutzt du die gewonnene Orts- und Zeitflexibilität für dich persönlich?

Da gibt es verschiedene Gründe. Vorwiegend um meinen Alltag einfacher und flexibler zu gestalten. Wenn ich in den Feierabend gehe, fängt mein Leben nicht erst an. Sondern ich habe es meist schon tagsüber integriert und so gefühlt viel mehr Zeit und Freiraum. Ganz zu schweigen von den Yogastunden, die ich parallel geben kann, da ich letztes Jahr eine Ausbildung zur Yogalehrerin gemacht hab.

Weiterhin wohne ich an der Ostsee, meine Wurzeln habe ich aber im Allgäu, wo ich nach wie vor oft hinfahre. Durch den Job kann ich beides miteinander kombinieren. Es gibt Tage, da starte ich mit meinen Eltern am Frühstückstisch im Allgäu in den Tag, überquere während der Arbeit ganz Deutschland im ICE und sitze mit meinem Freund zum Abendessen an der Ostsee. ? Solche Tage sollte es natürlich nicht zu regelmäßig geben, da der ständige Ortswechsel schon auch echt anstrengend sein kann. Aber allein, dass es überhaupt möglich ist, ist klasse. Und zum Erden und Ankommen hab ich dann ja immer meine Yogamatte ?

Was sind deine Aufgaben bei uns?

Auf dem “Papier” bin ich seit einem Jahr Head of HR. In der Realität ist dieser Begriff aber nicht so ganz stimmig. In einem remote Start up habe ich weniger die klassischen HR Tätigkeiten auf dem Tisch, sondern eher Team-Management-Aufgaben. Dazu zählen: Die internen Abläufe aufrecht halten, für Transparenz und ein gutes Miteinander sorgen, die remote Möglichkeiten erkunden und erweitern, aber natürlich auch Recruiting und Onboarding neuer Mitarbeiter. Darüber hinaus geht es viel um Zuhören und Teamsupport. Zusammen mit Gloria bilde ich das Team Happiness, wo wir bewusst ein Auge auf die zwischenmenschlichen Themen innerhalb des Teams legen.

Zum Thema Remote Recruiting: Aus der Ferne passende Mitarbeiter für eine offene Stelle zu finden, stellen wir uns schwierig vor. Wie gehst du bei der Auswahl denn vor?

Wir geben uns bei dem Bewerbungsprozess und der Auswahl eines neuen Mitarbeiters möglichst viel Zeit. Der SOLIDMIND Spirit ist und bleibt der Kern dieser bisher guten und gesunden virtuellen Zusammenarbeit. Und diesen gilt es wirklich zu schützen und weiter aufrechtzuerhalten – auch und gerade beim Wachstum des Teams mit neuen Mitarbeitern. Der Mitarbeiter muss zu diesem Start up und Arbeitsmodell passen, das heißt: gewisse Skills muss für diese Art der Arbeit und für diese Art der Arbeitskultur einfach jeder mitbringen. Egal, welcher Stelle und Abteilung er dann letztendlich angehört. Für diesen sogenannten Cultural Fit gibt es ein paar tolle Methoden, um ihn so gut es geht herauszufinden. Weiterhin half mir bisher immer das gute alte Bauchgefühl, welches man auch bei einem längeren ZOOM-Call bekommt. Dazu braucht man sich nicht unbedingt persönlich zu sehen. Was die Skills betrifft, die auf die ausgeschriebene Stelle individuell erforderlich sind, schwöre ich auf zwei Herangehensweisen: Zum Einen binde ich Kollegen, die zukünftig eng mit dem neuen Mitarbeiter zusammenarbeiten werden, von Anfang an in den Bewerbungs- und Entscheidungsprozess aktiv ein. Zum Anderen bitten wir jeden Bewerber einen Persönlichkeitstest auszufüllen, dessen Ergebnis seinen Charakter und seine Interessen nochmals näher beschreibt. Die Ergebnisse dieses Tests begleiten uns übrigens nicht nur während dem Bewerbungsprozess, sondern werden auch nach der Einstellung immer mal wieder herangezogen – sei es beim besseren Kennenlernen neuer Mitarbeiter, bei einem internen Rollenwechsel oder bei den regelmäßigen Feedbackgesprächen.

Wann stößt du im Alltag mit remote an Grenzen?

Tatsächlich bei der Integration neuer Mitarbeiter.

Bei uns erfolgt auch das Onboarding komplett remote und ist in einem ziemlich detaillierten Prozess in mehrere Wochen gegliedert. Und auch wenn wir gerade dem zwischenmenschlichen Kennenlernen schon recht viel Zeit und Aufmerksamkeit schenken, merke ich, dass das Team-Gefühl und unsere kleine Family für neue Kollegen erst richtig greifbar wird, wenn sie das erste Mal persönlich auf uns treffen. Das kann je nach Arbeitsbeginn auch mal ein paar Wochen dauern, da wir uns nur ca. dreimal im Jahr live treffen. Bis dahin verläuft eine richtige zwischenmenschliche Integration immer noch etwas schleppend. Man muss uns einfach mal erleben und anfassen ? Diese Gruppendynamik „hautnah“ erleben zu können gibt dem Ganzen schon nochmal eine zusätzliche Dimension. Nach dem allerersten Treffen ist das Eis dann aber endgültig gebrochen und der letzte wichtige Schritt ist getan.

Welcher Filmtitel beschreibt deinen remote Lifestyle am Besten?

Haha, ich würd mal sagen: “Ab durch die Hecke”. ?

Wobei bezüglich des remote Themas würde “Independence Day” oder “Mission Impossible” rein vom Titel her auch ganz gut passen ?

Was fasziniert dich an dem remote Leben?

Oh, da fasziniert mich so Einiges! ?Aber ganz oben steht definitiv die Tatsache, dass man sich trotz der physischen Distanz mit all den Kollegen so verbunden fühlen kann. Das hätte ich vorher niemals gedacht. Ich glaub fest daran, dass remote vorwiegend dann funktioniert, wenn sich alle Beteiligten proaktiv einbringen. Und das ist bei uns schon echt enorm. Egal ob Jemand 10 Stunden die Woche dabei ist oder 40 Stunden. Egal ob sie neu im Team sind oder “alte Hasen”. Alle packen mit an, unterstützen sich gegenseitig und haben ein starkes Commitment. Es gibt tatsächlich Niemanden im Team, von dem man nichts groß mitbekommt. Das ist toll und sicher eh schon nicht selbstverständlich. Aber, dass sowas auch remote geht, fasziniert mich schon sehr.   

Welche Botschaft möchtest du einem remote Neuling mitgeben?

Achte bei all der neu gewonnenen Freiheit, dass die Stabilität nicht darunter leidet. Finanziell gesehen ist die Stabilität ja bei einer remote Festanstellung gegeben. Aber du wirst ziemlich schnell merken, dass auch gewisse Routinen und Strukturen gerade im remote Alltag essentiell sind. Diese geben Halt und Orientierung, die man nun ja von Außen nicht mehr hat. Die musst und darfst du dir jetzt selbst geben ?

Vielen Dank für das Interview Sandra! ?

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