Buchhaltung remote? Unsere Melanie stellt sich vor ?

Unsere Zahlenjongleurin Melli lebt auf einem traumhaften Grundstück nahe Stuttgart – mit Familie, Hunden und Wohnmobil. Sie unterstützt uns seit einiger Zeit tatkräftig in der Buchhaltung und im Customer Support. Im Interview gewährt sie ein paar nähere Einblicke in ihren remote Alltag und ihre Aufgabengebiete:

Melli, seit wann bist du bei uns und warum hast du dich für einen remote Job entschieden? 

Ich bin seit April 2018 bei SOLIDMIND. Dabei habe ich gezielt nach einem remote Job gesucht, da ich keine Lust mehr auf “9 to 5” hatte und mir auch mein Arbeitsumfeld selbst aussuchen wollte. 

Wozu nutzt du die gewonnene Orts- und Zeitflexibilität für dich persönlich?  

Mein Mann ist selbständig, wir haben einen Sohn im Teenie-Alter und zwei Hunde. Dabei immer alle unter einen Hut zu bringen, war oft schwierig. Wir legten uns vor knapp 4 Jahren unser erstes Wohnmobil zu – das brachte uns die nötige Flexibilität in Sachen Urlaub – “einfach mal raus”. Durch den remote Job kann ich nun jederzeit und von überall arbeiten – egal ob Zuhause oder im Wohnmobil. Und wenn vormittags die Sonne scheint, gehe ich mit den Hunden spazieren und arbeite erst danach, nicht umgekehrt. Das ist großartig!

Was sind deine Aufgaben bei uns?  

Als gelernte Steuerfachwirtin bin ich bei SOLIDMIND für die gesamte Lohn- und Finanzbuchhaltung zuständig. Zusätzlich unterstütze ich den Customer Support, wenn es dort eng wird. 

Buchhaltung – das ist doch eine Menge Papierkram. Wie kommst du denn an deine Belege? 

Im digitalen Zeitalter ist heute Vieles möglich. Durch die Anschaltung auf einen Server habe ich Zugriff auf die Lohn- und Buchhaltungssoftware. Rechnungen kommen überwiegend per Mail, außerdem lassen wir unsere gesamte physische Post scannen und haben so digitalen Zugriff darauf. Einen physischen Ordner für die Belegablage gibt es nicht, dafür viele Ordner auf dem Computer. Und mit Hilfe von Kontoauszugsmanager und digitalem Belegbuchen ist eine papierlose Buchhaltung problemlos umsetzbar. So ist es möglich, eine “trockene und langweilige” Buchhaltung zu machen, während man mit dem Wohnmobil in Frankreich am Strand steht. ? 

Was ist denn deine eigentliche Rolle innerhalb der SOLIDMIND Familie?   

Ich bin (zurzeit) die Oma der Familie ??

Was ist dein wichtigstes Equipment? 

Mein Datev-mIDentity Stick ? Ohne den geht bei mir nix! 

Wie sieht denn dein perfekter Arbeitstag aus?  Und seien wir mal ehrlich: Wie läuft es in der Realität ab? ?  

Mein perfekter Arbeitstag: 

Ich stehe um 7 Uhr auf, richte mich und sitze hochmotiviert mit meiner Tasse Tee um 8 Uhr vor dem PC. “Guten Morgen ? ” liebe Kollegen. Ich schaue in mein Mailpostfach, beantworte Mails und lege Rechnungen ab, schaue nach Vorkassezahlungen, damit die Bestellungen verschickt werden können und prüfe sonstige Nachrichten. Es ist 9 Uhr und ich frühstücke gemütlich. Anschließend geht es weiter: Rechnungen in der Buchhaltung buchen, die Kollegen im Work-Cycle sehen, dabei weiter die Buchhaltung bearbeiten. Nochmal schnell Kundennachrichten prüfen, ob es einen Fall für mich gibt. Es geht auf den Mittag zu. Gegen 12:30 Uhr verabschiede ich mich dann in die Küche und verbringe den Rest des Tages ohne PC – ich arbeite ja nur halbtags. 

Die Realität (manchmal): 

Der Wecker klingelt – ich will nicht aufstehen. Ich watschel aus dem Bett, richte mich und sitze um hoffentlich halb neun mit meiner Tasse Tee vor dem PC. “Guten Morgen” liebe Kollegen. Ich schaue in mein Mailpostfach – da kommt mein Mann: kannst du mal kurz? Ja klar, Moment! Ich springe auf, komme 10 Minuten später wieder an den PC – was wollte ich gerade machen? Ach ja, Mails. Anschließend noch die Vorkassezahlungen, damit das Lager frühzeitig die Daten hat. Wäsche! Mist, ich muss noch die Waschmaschine anschmeißen. Also kurze Unterbrechung und Wäsche machen (und während ich das hier schreibe, piepst die Waschmaschine, dass sie fertig ist ? ich bin dann mal kurz weg ? ). Weiterarbeiten. Es ist 10 Uhr. Zeit für Kollegen und Work-Cycles. Schade – heute ist hier nicht viel los. Calls, geschäftliche und private Verpflichtungen. Aber das macht nix – da kann ich ganz in Ruhe arbeiten. Ich arbeite meine Buchhaltung ab – aber irgendwie komme ich nicht so richtig voran. Immer wieder kommen Nachrichten rein. Könntest du kurz? Guck mal bitte… Hast du Zeit? Wie in jedem physischen Büro auch, kommen die Kollegen mit Fragen oder Aufgaben zu einem. Es ist Mittag und gefühlt habe ich heute noch nix geschafft. Also erstmal was essen, anschließend können wir weiter machen. Aber das Wetter ist so schön – schnell eine Runde mit den Hunden! Es ist 15 Uhr mittlerweile. Ich setze mich doch nochmal vor den PC und plötzlich läuft es – ich kann konzentriert und in Ruhe arbeiten. Jetzt ist’s mir auch egal, wie spät es ist – und, dass ich nur halbtags arbeite ?  

Natürlich ist nicht jeder Tag perfekt, aber auch nicht jeder so chaotisch. Es ist immer mal wieder eine Mischung aus Beidem ? und genau das gefällt mir so daran! 

Was hat dich Remote Work gelehrt? 

Remote Work hat mich gelehrt, mich selber besser zu strukturieren. Es ist niemand da, der hinter einem steht und sagt: leg mal die Rechnungen ab, der Haufen ist ganz schön groß! Und gerade durch die Freiheit, die man durch remote gewinnt, muss man sich selbst umso besser organisieren. Würde ich jede Stunde aufspringen, meinen Arbeitsplatz wechseln, mich in ein lautes Café setzen – dabei kann niemand konzentriert arbeiten. Aber man hat die Möglichkeit, sich sein eigenes Arbeitsumfeld zu schaffen oder auszusuchen. Ich persönlich habe unser Gästezimmer komplett neugestaltet und mir so einen Ort geschaffen, an dem ich mich wohlfühle und gerne arbeite. 

“Egal ob Zuhause mit meinen Hunden oder draußen unterwegs – der Laptop und ich sind flexibel :)”

Welche Bedenken hattest du anfangs gegenüber einem remote Job, die sich im Nachhinein als unbegründet erwiesen haben? 

Meine Angst war, dass ich meinen inneren Schweinehund nicht überwunden bekomme und mir der persönliche Kontakt zu den Kollegen fehlt. Ich bin ja schließlich Zuhause – nicht in einem Büro. Der Schweinehund liegt brav auf seinem Platz und lässt mich meistens in Ruhe. Und die Kollegen treffe ich in Calls, Work-Cycles oder auf der Workation auch mal physisch. Ein Gefühl der Einsamkeit habe ich daher nicht.  

Welche Botschaft möchtest du einem remote Neuling mitgeben? 

Die Umstellung von einem “normalen Bürojob” in den persönlichen remote Alltag ist gewöhnungsbedürftig – aber lohnenswert. Eine Herausforderung ist mit Sicherheit die Organisation der eigenen Zeit, die Motivation und die physische Distanz zu den Kollegen. 

Vielen Dank für das Interview Melli! ?

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